November 2017
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Wort der Kirche: 31. Januar 2015 Drucken

                                                     

Was vermag ein einzelner Mensch?

Was vermag ein einzelner Mensch? Nicht viel, denken sicher gleich einige. „Einer ist keiner“. Wir kennen diesen Ausspruch. Die katholische Kirche feiert heute einen Heiligen, der genau das Gegenteil bewiesen hat: Johannes Bosco, besser bekannt als Don Bosco. Es lohnt sich, einmal kurz auf sein Leben zu schauen.
Er wurde 1815 als Sohn armer Bauern geboren.  Als er zwei Jahre war, starb sein Vater. Die Mutter musste sich mit drei Kindern mehr schlecht als recht durchschlagen. Da er arm war, konnte er nur unter großen Schwierigkeiten Priester werden. Sein Studium hatte er sich selbst verdient. Er arbeitete als Jungknecht,  diente bei einem Schmied, einem Schlosser, einem Schreiner, und einem Schneider.
Nach seiner Priesterweihe erlebte er in Turin wie hunderte Jugendliche  „herumlungerten“. Sie waren wie eine Landplage. Sie stahlen und raubten alles, was sie konnten. Eines Tages sah er, wie der Küster einen Jugendlichen, der in der Kirche übernachtet hatte, mit einem Besen heraustreiben wollte. Don Bosco schalte-te sich ein. Er gewann das Vertrauen des Jugendlichen. Dieser Jugendliche erzählte seinen Freunden von Don Bosco. Und sie gingen zu ihm. Bald waren es fünfzig, hundert, ja hunderte Jugendliche.
Von da an war Don Bosco klar: „Ich werde mein Leben der Jugend weihen.“ Viele seiner Mitbrüder erklär-ten ihn für verrückt. Aber Don Bosco ließ sich nicht beirren. Er besorgte Geld, baute Werkstätten und Un-terkunftsmöglichkeiten für seine Jugendlichen.
Nach einigen Jahren kamen jährlich tausende ausgebildete Lehrlinge aus seinen Werkstätten. Im Sommer 1854 breitete sich in Turin die Cholera aus. Nur jeder Zweite überlebte. Die Toten sahen so grässlich aus, dass selbst die Angehörigen, ja Ärzte und Krankenschwestern davonliefen. Und Don Bosco? Er suchte unter seinen Jugendliche Freiwillige, die die Kranken pflegten, die sich um die Waisenkinder kümmerten, die die Toten begruben. Es meldeten sich viele Jugendliche. Don Bosco wählte vierzig der größten und stabilsten Jugendlichen für diesen Dienst aus. Jedem hängte er eine Maria-Hilf-Medaille um. Und wie durch ein Wun-der steckte sich keiner der 40 Jugendlichen an.
Um noch mehr Jugendlichen  überall auf der Welt helfen zu können, gründete er den Orden Salesianer.
Als Don Bosco 1888 starb, zählte der von ihm gegründete Orden der Salesianer  250 Häuser mit 130 000 Jugendlichen. Jährlich traten 18 000 ausgebildete Jugendliche eine Arbeitsstelle an. Der Tag seiner Beiset-zung wurde zum Triumphzug. Fast 200 000 Menschen gaben ihm das letzte Geleit. Die Geschäfte, die Be-hörden, ja die Schulen blieben geschlossen. Alle spürten, dass sie hier von einem Geschenk des Himmels Abschied nahmen. Vielleicht sehen wir an diesem Heiligen, was ein Mensch alles vermag.
Von Don Bosco stammt der Satz: „Das Beste, was wir auf der Welt tun können, ist: Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen.“ Das war gewissermaßen sein Lebensmotto. Ob das nicht auch ein Lebens-motto für uns sein könnte?
Pfarrer Norbert Sommer

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 21:11 Uhr
 
 
 
Halberstadt - Dienstag, 21. November 2017
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